Ein Kommentator der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua geht so weit, Stefan Zweig zu zitieren und den die neue Ära verkündenden Parteitag zu einer „Sternstunde der Menschheit“ zu erklären. Doch außerhalb des chinesischen Systems wirkt die Bedeutung, die die offizielle Parteisprache den Theorie-Hervorbringungen ihrer Spitzenfunktionäre beimisst, erst mal bizarr. „Das Xi-Jinping-Denken ist eine Fortführung und Entwicklung des Marxismus-Leninismus, des Mao Tse-tung-Denkens, der Deng-Xiaoping-Theorie, der Theorie der Drei Entwicklungen und des Wissenschaftlichen Entwicklungskonzepts“, heißt es in dem Dokument. Das ist ein Begriff, den Mao den kommunistischen Klassikern entliehen hatte und der für seine Sinisierung des Marxismus zentral wurde. Als Kern eines dialektischen, nichtmetaphysischen Denkens identifizierte er die Aufdeckung der Widersprüche, die der sich ständig verändernden Wirklichkeit selbst innewohnen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 25, 2017 16:18 UTC