»Enigmatic Society« hat es sich unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle bequem gemacht. Gerade von Kamasi Washington, dessen breitwandorchestrierter, anbefreiter Jazz auf seinem Debüt »The Epic« 2015 zu Recht gefeiert wurde, hätte man mehr erwarten dürfen. Auf »The Epic« wird die Neugier, die Experimentierfreude, die auf »Enigmatic Society« nur Gefälligkeit zum Ziel hat, dazu genutzt, Dinge aufzureißen, außeinanderzunehmen, zusammenzusetzen und damit zu irritieren. Neben den bereits erwähnten Instrumentaltracks bleibt einzig der wirklich bezaubernde Closer »Love, Love« mit Arin Ray am Mikrofon in Erinnerung. »Enigmatic Society« ist keinesfalls ein schlechtes Album, nur leider ein völlig unnötiges.
Source: Die Welt May 18, 2023 07:00 UTC