Eigentlich hatte die Anklage zehn Jahre gefordert, aber der Richter argumentierte, man müsse ja beachten, dass Yoon nie zuvor kriminell aufgefallen sei. Am Dienstag wurden die Abschlussplädoyers gehalten; und Yoon lächelte da noch verschmitzt, als die Anklage für ihn die Todesstrafe forderte. Ohne jede Einsicht leugnet Yoon – wohlgemerkt als früherer oberster Staatsanwalt – Grundprinzipien des Rechtsstaats und stachelt sogar aus der Gefängniszelle seine Gefolgschaft auf. Südkorea ließ sich aber trotz angeblicher Demokratisierung ab 1987 bis 1995 Zeit, um ihm den Prozess zu machen. Diese hätte das Parlament ohne ihn wohl nie mit Zweidrittelmehrheit aufheben können und Yoon hätte womöglich einfach weitergemacht und den Umsturz nicht Stunden später aufgegeben.
Source: Junge Welt January 16, 2026 18:38 UTC