Neunzig Minuten später wird die Sache mit dem erhobenen Haupt, dem geschminkten Mund und dem aufrechten Gang freilich nur noch nach einer zynischen Leerformel klingen, nach einem hoffnungslos dysfunktionalen Beliebigkeitsmantra. Da steht Elisabeth, die nach einem Suizidversuch noch einmal aus dem Wasser gefischt wurde, tropfnass an der Rampe, bis ihr schlussendlich das Herz versagt. Von den erwarteten hundertfünfzig Mark will sie, so erzählt sie es dem „Präparator“, einen Wandergewerbeschein bezahlen, den sie für ihre Außenhandelstätigkeit als Dessousverkäuferin braucht. Die kleine Notlüge fliegt natürlich auf, und von da an geht es für Elisabeth immer steiler nach unten. Um konkrete Gesellschaftsanalysen, zum Beispiel darum, wie genau sich die Oben-Unten-Inklusions-Exklusions-Dialektik knappe hundert Jahre später modifiziert hat, geht es ihm weniger.
Source: Der Tagesspiegel January 14, 2018 16:07 UTC