imago/Christoph Worsch Elemente verschieben sich gegeneinander: Portico Quartet (Kulturarena, Jena, 19.7.2018)Das Album »Terrain« des Portico Quartets beginnt schlicht und numerisch konsequent mit dem Titel »Terrain I«. Die hypnotische Wirkung, die sich innerhalb weniger Sekunden entfaltet, erinnert an balinesische Gamelanmusik oder, mal wieder, den US-amerikanischen Minimalismus von Steve Reich. Das Gamelan-Pattern des Anfangs rückt im Mix mit fortschreitender Zeit in den Hintergrund, ist weniger ein Rückgrat als ein Ausgangspunkt. Hier ist die Konversation melancholischer und getragener und trotz der strukturellen Ähnlichkeit mit »Terrain I« eindeutig eher Jazz als Minimalismus. Es klingt, als stünde man mitten in einem Sturm, der kleinere Gegenstände gegeneinander wirft, während er größere Körper eher in ein sanftes Schaukeln versetzt.
Source: Junge Welt July 04, 2021 17:26 UTC