Es ist durchzogen von einer schönen Neunziger-Jahre-Melancholie, doch auch von für Stuckrad-Barre typischer Lustigkeit, Selbstironie und Schnoddrigkeit. Gestaltet hat das Buch der Hamburger Künstler 4000Doch so einfach ist das nicht, ein Bestseller wie „Panikherz“ darf nicht folgenlos bleiben. Stuckrad-Barre kann jetzt nicht von der Ruhmesbildfläche verschwinden, da seien sein Verlag und wohl er selbst vor. Er handelt schließlich von einem schwerwiegenden Problem: von der Unmöglichkeit Nein zum Alkohol im Nachtleben zu sagen – und der Unmöglichkeit, wenn man das trotzdem tut, all den Irrsinn um einen herum nachvollziehen zu können. Benjamin von Stuckrad-Barre tut das, und „Nüchtern“ ist so nicht zuletzt ein Text übers Alkoholtrinken, über Räusche.
Source: Der Tagesspiegel October 08, 2016 15:00 UTC