Lange Zeit war das Militär einflussreich genug, um demokratische Reformen und vor allem die Strafverfolgung seiner zahlreichen Verbrechen zu verhindern. Der Übergang von der Demokratur zur formellen Demokratie, die sich im Kern durch ein Funktionieren des Systems der Gewaltenteilung auszeichnet, steht derzeit allerdings in vielen Ländern infrage. In Paraguay sind sich der rechte Präsident Horacio Cartes und der 2012 durch einen parlamentarischen Putsch entmachtete linke Fernando Lugo einig, dass eine Verfassungsänderung den Weg für eine neuerliche Kandidatur für beide frei machen soll. In Brasilien arbeitet eine fragwürdig an die Schalthebel gekommene Rechtsregierung am Sozialabbau und in Venezuela untergräbt eine Linksregierung zum Amtserhalt die Gewaltenteilung. Für Lateinamerikas Entwicklung sind das düstere Aussichten.
Source: Neues Deutschland April 02, 2017 12:00 UTC