Mit Mitte zwanzig empfand Jürgen Habermas seine Lage als „fatal“. Er war zwar bereits erfolgreich promoviert, der aus dem Exil nach Frankfurt zurückgekehrte Philosoph Theodor W. Adorno hatte ihn als Assistent ans Institut für Sozialforschung geholt, aber es gefällt ihm nicht, er will da nicht bleiben. So bittet er den Herausgeber der Zeitschrift Merkur um Berufsberatung. Er würde, schreibt der junge Gelehrte an Hans Paeschke, „gerne einige Jahre praktische Arbeit auf einer Feuilletonredaktion oder an ähnlicher Stelle tun; haben Sie eine Ahnung, wo man mich gebrauchen könnte?“
Source: Suddeutsche Zeitung March 14, 2026 15:38 UTC