Nervös machende QualitätAuf Effekte zu setzen wie Blake in seiner Musik scheint auch ein anhaltender Impuls für Forsythe zu sein. Es ist wie ein leichtes Unbehagen beim Zuschauen, wie ein nagendes Gefühl unter der Oberfläche des Bewusstseins, dass da etwas nicht stimmt, wenn man manche jüngeren Stücke Forsythes betrachtet. Im Londoner „Sadler’s Wells Theatre“ war der zweiaktige, achtzigminütige, „A Quiet Evening of Dance“ überschriebene Premierenabend von ähnlich nervös machender Qualität beschaffen. War es nicht auch William Forsythe, der den Sockentanz erfand, und sahen nicht die Füße seiner Tänzer in diesen meistens grauen Strümpfen so elegant aus und so cool? Trugen sie nicht jene von herbstlichen Farbpaletten geprägten schlichten Trikots und T-Shirts, die Stephen Galloway so unnachahmlich passend für jeden auswählte – so dass etwa Dana Caspersens weiße Haut noch heller und kostbarer schimmerte?
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 08, 2018 11:26 UTC