Mit seinem grün bemalten Gesicht, seinen Golems aus Holz und Erde geformt, mit seinen liebevoll umfangenen Tierskeletten, seinen aphoristischen Plakatständern. Statt solche zu pflanzen, säte Weinberger Samen aus oder ließ, noch besser, allein Wind und Wildwuchs walten. Die Wiener Ausstellung muss sich somit die letzte nennen, die er in ihren Grundzügen noch konzipieren konnte, die Feinarbeit leisteten dann seine Frau Franziska, mit der er immer wieder auch künstlerisch kooperierte, gemeinsam mit Belvedere-Kurator Severin Dünser. Auf dem "Trümmerfeld" liegen Glasscherben, Katzenmumie und ZündholzschachtelEin Herzstück der Wiener Ausstellung aber ist die zweite große Installation, die Weinberger für diese "documenta XIV" schuf, "Debris Field", Trümmerfeld. Eine sentimentale Feldarbeit - so bezeichnete Weinberger seine Kunst - des abgelegten und abgelegenen kulturellen Unbewussten, ein kleines Museum im Museum, von den in diesem, in dieser Ausstellung versammelten Installationen die überzeugendste.
Source: Suddeutsche Zeitung August 17, 2021 14:02 UTC