Nach einer verbreiteten Vorstellung verhindert die hohe Staatsverschuldung ein höheres Zinsniveau. Sie gelangen zu dem Ergebnis, dass in den vergangenen Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten die Finanz- und Sozialpolitik den langfristigen Zins um etwa 2,5 Prozentpunkte nach oben gedrückt hat. Hierzu hat zum einen der Aufbau der Staatsverschuldung beigetragen, aber auch staatliche Angebote in der Sozialpolitik, die Menschen in ihrem Vertrauen auf Absicherung davon abhalten, private Ersparnisse aufzubauen. Rachel und Summers erklären den Rückgang der vergangenen Jahrzehnte vor allem mit der demographischen Entwicklung, dem Rückgang des Produktivitätswachstums sowie der wachsenden Ungleichheit von Einkommen und Vermögen. Sie denken, dass aus der Privatwirtschaft entstandene Einflüsse den langfristigen Zins seit dem Jahre 1970 um 7 Prozentpunkte gedrückt haben.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 13, 2019 10:07 UTC