Es ist das Zelt von Sandrine Bonnaire in „Vogelfrei“, die Planen bestehen aus Zelluloidstreifen eben jenes Films von Agnès Varda, mit dem sie 1985 den Goldenen Löwen gewann. Agnès Varda, „Agnès war da“ – auch das von Kuratorin Julia Fabry im Katalog kreierte Wortspiel hätte die Filmemacherin gemocht. Die kleine, fröhliche, schwatzhafte Agnès, wie sie ihre Rolle in Dokumentarfilmen wie „Die Strände von Agnès“ oder „Varda par Agnès“ charakterisierte, liebte Wortspiele und Kofferwörter, das leichthin Fabrizierte der Sprache – und der Bilder, die sie evoziert. Die von Julia Fabry und Dominique Bluher kuratierte Ausstellung im ehemaligen Krematorium im Berliner Wedding ist dem „Dritten Leben der Agnès Varda“ gewidmet, flankiert von einer Filmreihe im Arsenal-Kino. Agnès Vardas geliebte Strände.
Source: Der Tagesspiegel June 11, 2022 06:02 UTC