Der kurze, aber äußerst wirkungsvolle amerikanische Einsatz in Venezuela war in jeder Hinsicht eine kühne Aktion. Trump und der US-Generalstabschef hatten recht, als sie auf ihrer Pressekonferenz in Florida darauf hinwiesen, dass kein anderes Land auf der Welt einen solchen Einsatz zustande gebracht hätte. Er will nun sogar, dass Venezuela von den USA geführt wird, wenn auch nur für eine unspezifizierte Übergangszeit. Vor allem aber ist es wenige Stunden nach Maduros Sturz eine völlig offene Frage, wie Trump diesen Anspruch überhaupt durchsetzen will. Jahrhundert stammt, mag vielen Europäern merkwürdig vorkommen, aber Trump ist beileibe nicht der erste Präsident, der den Dominanzanspruch der USA in Lateinamerika mit Gewalt durchzusetzen versucht.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 03, 2026 20:56 UTC