Im Falle des 2016 verstorbenen italienischen Autors, Philosophen und Medienwissenschaftlers Umberto Eco handelt es sich hier nicht um eine solche Ergänzung, sondern vielmehr um die Geschichte dieses Menschen an sich, der im öffentlichen wie auch intellektuellen Diskurs diese Neugier repräsentierte und dadurch auf vielen Forschungsgebieten tätig war. Seine Familie hinterließ nach Ecos Tode dem italienischen Staat die Bibliothek, die etwa 2500 Bücher enthält und seit 2021 von der Universität Bologna digitalisiert werden soll. Um dem Menschen hinter dieser atemberaubenden Sammlung von Wissen sowie der Bibliothek an sich Tribut zu zollen, drehte Regisseur Davide Ferrario mit Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt eine Dokumentation, die aktuell im Rahmen des DOK.fest München zu sehen ist. Dabei ist nicht nur das Bild dieses Menschen und seiner Bibliothek interessant, sondern, inwiefern Eco ein Universalgelehrter war, die Rolle der Bildung im Allgemeinen und der Hortung von Wissen im Kontext einer globalisierten und digitalisierten Gesellschaft. Die Kunst des ErinnernsManche Zuschauer werden wohl auch die Zeit stoppen, die Eco selbst braucht, um die Bibliothek seines Hauses zu durchstreifen, wie er es zu Anfang von Ferrarios Film tut.
Source: Die Welt April 26, 2023 01:33 UTC