Für die muslimischen Uiguren, deren massenhafte Umerziehung in speziellen Lagern die chinesische Regierung jüngst zugegeben hat, interessiert sich die Wissenschaft schon seit Jahren intensiv. Die dritte Welle werde, so Perdue, hauptsächlich von einer jungen Forschergeneration getragen, die eine Reihe bislang unbeachteter Quellen erschlossen habe. So werde Xinjiang nun weit eher als ein bedeutendes eurasisches Zentrum gesehen denn als ein Randgebiet des chinesischen Staates, der das Schicksal der Uiguren zwar beeinflusst, aber nicht immer gänzlich beherrscht habe. Dieses hatte damals ein in Yarkant stationierter hochrangiger Militärangehöriger aus der Volksgruppe der Mandschu aufgebaut, der diesen Diebstahl an staatlichem Gut schließlich mit dem Leben bezahlte. Das Militär der Qing-Herrscher half den uigurischen Verwaltern nicht nur bei der Steuereintreibung, sondern eilte ihnen auch zu Hilfe, um jeglichen Widerstand der unterjochten Bauern im Keim zu ersticken.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung November 03, 2018 10:07 UTC