Foto: EZB, über dtsBerlin (dts) – Top-Ökonom Hans-Werner Sinn sieht die Europäische Zentralbank (EZB) auf einem gefährlichen Kurs. Die Währungsunion könne nur existieren, „wenn Staaten, die sich höher verschulden, höhere Zinsen zahlen müssen“, sagte der frühere Präsident des Ifo-Instituts und Buchautor der „Welt am Sonntag“. In diesem Fall von einer nicht akzeptablen Fragmentierung der Eurozone zu sprechen, sei eine PR-Idee der EZB. Am vergangenen Donnerstag hatte EZB-Chefin Christine Lagarde zeitgleich mit der Zinserhöhung das neue Kriseninstrument TPI angekündigt, das verhindern soll, dass hoch verschuldete Länder wie Italien deutlich höhere Zinsen als Deutschland zahlen müssen. „Dann sind zwar die kurzfristigen Folgen der Inflation unter Kontrolle, aber dafür droht ein schleichender Wohlstandsverlust.“
Source: Neues Deutschland July 23, 2022 06:13 UTC