Weniger bekannt ist, dass über 1000 jüdische Gemeindehäuser Pogrome und Krieg überstanden, nicht aber Bauwut und Ignoranz im Nachkriegsdeutschland. Viele Synagogen wurden nach 1945 bis zur Unkenntlichkeit umgebaut - zu Pferdeställen, Warenlagern, Geräteschuppen, Scheunen oder Feuerwehrhäusern. Der Pfarrer forscht seit den 80ern zur Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. In ihrem erstmals 1988 aufgelegten Buch »Synagogen in Hessen - Was geschah seit 1945?« hat sie akribisch die Geschichte jüdischen Gemeindelebens rekonstruiert. An vielen Orten, an denen Synagogen nach dem Krieg abgerissen wurden, erinnern heute zumindest Gedenktafeln an das einstige jüdische Gemeindeleben.
Source: Neues Deutschland October 23, 2020 14:59 UTC