Das Safety Car führte das Feld über den Stadtkurs, und vor Vettel fuhr nur Lewis Hamilton, der große Konkurrent des Heppenheimers im Kampf um die Weltmeisterschaft. Vettel aber war außer sich, fühlte sich von Hamilton ausgebremst, gestikulierte wild, fuhr neben den Mercedes-Mann und rempelte mittschiffs zurück, als wären sie im Auto-Scooter unterwegs. Abgesehen davon, dass Formel-1-Weltmeister nahe zu immer bereit sind, alles zu tun, um Formel-1-Weltmeister zu werden – und Hamilton stellt beileibe keine Ausnahme dar –, hat Vettel sich in eine unnötig unbequeme Situation gebracht. Psychoduelle zwischen deutschen und englischen Spitzenpiloten machen aus guten Formel-1-Jahren bisweilen unvergessliche, wie jenes zwischen Michael Schumacher und Damon Hill 1994. Ein Rennen als Zuschauer aber kann sich Vettel kaum erlauben, will er die Saison als Weltmeister beenden.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung June 26, 2017 16:41 UTC