Polina Semionova schwebt in weißem Tutu über den Trümmern wie ein anmutiger Racheengel. Mit dieser Apotheose endet Alexei Ratmanskys Inszenierung des Klassikers „La Bayadère“, mit der das Staatsballett Berlin nun ein neues Kapitel aufschlägt. Er hat sich von ihm ausdrücklich „La Bayadère“ gewünscht, obwohl sich viele noch an Vladimir Malakhovs Fassung des Balletts von 2002 erinnern. Auch in „La Bayadère“, 1877 in St. Petersburg zu Musik von Ludwig Minkus uraufgeführt, versucht er, dem Original so nah wie möglich zu kommen. Kurios ist auch, wie in „La Bayadère“ die Orient-Schwärmerei mit romantischen Ideen kombiniert wird.
Source: Der Tagesspiegel November 05, 2018 16:30 UTC