Gleichzeitig aber, so scheint es, sind die Beziehungen der spätmodernen Individuen zu ihresgleichen, Dingen und Tätigkeiten kein bisschen intensiver geworden. Folgt man dem Jenaer Soziologen Hartmut Rosa, korrumpiert das moderne Großprojekt einer unentwegten „Reichweitenvergrößerung“ gar ein wirklich beschwingtes Verhältnis zwischen Subjekten und Lebenswelt. Moderne, kapitalistisch verfasste Gesellschaften, so die Ausgangsthese, müssen ihre Gegenwart dauernd übertrumpfen, können sich nur im Hamsterrad „dynamischer Stabilisierung“ erhalten. Die gute, resonanzverheißende Unverfügbarkeit präzisiert Hartmut Rosa denn auch mit dem Begriff der „Halbverfügbarkeit“. Mehr zum Thema Die Grenzen der Autonomie "Wir leben unter dem permanenten Zwang zur Selbstoptimierung"Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit.
Source: Der Tagesspiegel February 11, 2019 11:37 UTC