„Ich werde ihr den Kopf abschneiden, den Mund mit Knoblauch füllen und ihr dann einen Pfahl durch den Leib treiben.“ Es ist eine ziemliche Rosskur, die Professor van Helsing da der zarten Lucy Westenra angedeihen lassen möchte. Im üblichen Sinne tot ist sie allerdings auch nicht, sondern untot, eine Folge wiederholter Bisse des Fürsten der Finsternis persönlich. In Bram Stokers Roman „Dracula“ von 1897 taucht das Motiv des Knoblauchs als transsilvanisches Hausmittel gegen Vampire wiederholt auf. Nach Lucys Tod bedeckt van Helsing ihren Körper im Sarg mit Knoblauch, aber offenbar sind dessen Kräfte nicht stark genug, um ihre Auferstehung als Blutsaugerin zu verhindern. Woher Stoker das Motiv der antivampirischen Wirkung von Knoblauch hatte, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 31, 2018 11:01 UTC