Matteo Salvini, Chef der rechtsnationalistischen Partei Lega, hat die Marschrichtung längst vorgegeben: Von den Rändern her, über die Regionen Italiens, soll es nach Rom ins Zentrum der Macht gehen. Den Sommerschock von Anfang August, als er in der verblendeten Hoffnung auf einen klaren Sieg bei raschen Neuwahlen die Koalition mit der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung hatte platzen lassen und sich stattdessen in der Opposition wiederfand, hat Salvini inzwischen überwunden. Matthias Rüb Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom. Seit den Parlamentswahlen vom März 2018, bei denen die Lega mit gut 17 Prozent der Stimmen noch auf den dritten Rang hinter den Fünf Sternen mit knapp 33 Prozent und den Sozialdemokraten mit rund 19 Prozent gekommen war, hat die Rechte unter der Führung der Lega bei sämtlichen Regionalwahlen gewonnen. Von der Lombardei, dem Piemont und Friaul-Julisch Venetien im Norden über die Abruzzen und Molise in der Mitte des Landes bis zur Basilikata und Sardinien im Süden konnte die Rechte unter Salvini buchstäblich abräumen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung November 23, 2019 19:07 UTC