Christian Ditsch Klinikum am Urban in Berlin (5.10.2011)Im Jahre 1952 schrieben auserkorene Fachleute ihre Weisungen erstmals in einer heiligen Schrift nieder, die da »Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders« (DSM) heißen sollte. Der »diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen« ward zur Bibel der Psychiatrie. Dabei würden relevante sozioökonomische, kulturelle und umweltbedingte Einflüsse routinemäßig erfasst, die Patienten gegebenenfalls an gemeinschaftsbasierte oder ökonomische Hilfsangebote verwiesen und die Ergebnisse längerfristig beobachtet. Die »grundlegende Logik« des DSM sei verfehlt, argumentierte zum Beispiel Jim van Os, Professor für Psychiatrie an der Universität Utrecht. So würde das DSM ein »vertrauenswürdiges, relevantes Instrument zum Verständnis und zur Behandlung psychischer Störungen« bleiben.
Source: Junge Welt March 31, 2026 05:32 UTC