Die Lieder handeln von Liebe und Leid, von Kämpfen, Gefängnis und Drogen, und viele sind von solcher Wehmut durchdrungen, dass man diese Musik oft als „griechischen Blues“ bezeichnet. Doch mit dem amerikanischen „Let me tell you a story“-Blues hat der Rembetiko, der seit Dezember 2017 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählt, musikalisch nichts gemein. Weder betont er blue notes, noch folgt er dem zwölftaktigen Blues-Schema, sondern vereint verschiedene Harmoniesysteme und musikalische Traditionen, die in den Volks- und Kunstmusiken Südosteuropas und des Nahen Ostens wurzeln. Was aber den vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Sie hießen Prosechós und spielten Rembetiko, erzählten sie dann dem neugierigen Zuhörer.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung June 30, 2021 06:45 UTC