Kürzlich war ich auf einer Konferenz zur ökonomischen Bildung, auf der die Frage diskutiert wurde, wie wissenschaftliche Erkenntnis in die Öffentlichkeit getragen werden kann. Zwei Aspekte fand ich dazu besonders interessant: Die Tendenz der akademischen Wirtschaftswissenschaften, sich vornehmlich mit sich selbst zu beschäftigen und die Schwierigkeit, die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis bei ihrer öffentlichen Verbreitung mit zu vermitteln. Wissenschaftliche Erkenntnis ist naturgemäß vorläufig und kann sich nur weiterentwickeln, wenn sie von Kritikern bezweifelt wird. Januar zu lesen war, wurde begrenzte und vorläufige wissenschaftliche Erkenntnis in harte Grenzwerte umgesetzt, die für viele Bürger gravierende wirtschaftliche Einbußen zur Folge haben. Auch in der Debatte um den Klimawandel wird jeder Zweifel an der Rolle von Kohlendioxyd bekämpft, obwohl Zweifel zur Natur wissenschaftlicher Erkenntnis gehört.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 09, 2019 16:07 UTC