Dann treten die Streicher vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) mit Dirigent Bjarni Fríman Bjarnason auf – und schließlich Björk selbst, ohne Knalleffekt, ohne Krawumm, indem sie einfach die Rampe runterläuft, ein Wesen wie nicht von diesem Planeten. 15 Songs singt Björk an diesem Abend, ganz ruhig und abgeklärt beginnt sie mit „Stonemilker“ (2015). Völlig konsequent, dass Björk mit großem Symphonieorchester auftritt, haben doch Streicher in ihrem schillernden Musikkosmos immer schon eine große Rolle gespielt. Mit dem RSB arbeitet Björk erstmals zusammen, die Abstimmung mit dem jungen Landsmann Bjarnason am Pult, der in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ studiert hat, funktioniert hörbar gut. Immer wieder erkundet Björk in ihrer Arbeit sich selbst, so auch mit dem fiktiven Charakter „Isobel“ schon im gleichnamigen, frühen Song von 1995.
Source: Der Tagesspiegel June 19, 2022 00:23 UTC