Kommentar von Benedikt PetersJetzt ist sie also da, die "Einigung" zwischen Mexiko und den USA im Zollstreit, so haben es die Regierungen beider Länder am späten Freitagabend nach tagelangen Verhandlungen verkündet. Genauso fragwürdig ist das nun noch einmal ausgeweitete Zugeständnis, die mittelamerikanischen Migranten zurückzunehmen, unmittelbar nachdem sie in den USA Asyl beantragt haben. Mexiko soll sie versorgen, bis über ihren Antrag entschieden ist - obwohl die Menschen ja gar nicht nach Mexiko wollen. Er zwingt dem südlichen Nachbarn die Rolle eines Grenzpolizisten auf, der alles Unangenehme draußen hält - ein Denkmuster, das man aus der europäischen Flüchtlingsdebatte kennt. Das einzig Positive an dem mexikanisch-amerikanischen Einigungspapier: Die USA haben sich zur Formulierung durchgerungen, dass sie den Entwicklungsplan für Mittelamerika "begrüßen".
Source: Suddeutsche Zeitung June 08, 2019 08:55 UTC