Dabei kann der Antrieb dieses Handelns aber kein rationaler Nutzen der Tätigkeit sein; er kann nur Lustbefriedigung sein. Aber auch das erscheint konsequent: Sich aus den Zwängen der Natur zu befreien, ging wohl nur riskant und aggressiv. So erfolgreich war die Dominanz des Männlichen auch, dass diese Todesverdrängung und -verachtung den Planeten mittlerweile zu Ungunsten des Homo sapiens umformt. Der Lustgewinn nutzloser Tätigkeiten wie Motorradfahren ist längst verbunden mit einem diffusen Begriff der Freiheit und Rebellion, der kollektiv vernünftigem Verhalten zuwiderlaufen muss. Doch steht solche Rücksicht auf sich und andere in Konkurrenz zum Kern des kapitalistischen Lebens.
Source: Neues Deutschland October 26, 2020 15:22 UTC