Auf dem Festival in Toronto verkündete Neeson im September seinen Rückzug vom Actionkino. Jaume Collet-Serras „The Commuter“, Neesons vierte Zusammenarbeit mit dem spanischen Regisseur, ist somit auch ein Schwanengesang auf das verblüffend langlebige Genre des Liam-Neeson-Actionfilms. Der erfolgreichste Film allerdings war „96 Hours“ von 2008, der Neeson als Action-Darsteller etablierte und zwei Sequels nach sich zog. Besson ist so etwas wie der europäische Roger Corman, ein B-Movie-Mogul, der sich mit seinen bescheidenen Produktionsmitteln in der Rolle des Hollywood-Herausforderers gefällt. Menschliche Schicksal und moralische Fragen sind zweitrangigIn „The Commuter“ geht es ohnehin weniger darum, dem kantigen Nussknackergesicht Liam Neeson bei der Lösung eines schier unlösbaren Problems zuzusehen – im Wettlauf mit der (Echt-)Zeit.
Source: Der Tagesspiegel January 11, 2018 10:52 UTC