Es mutet paradox an, wenn es einem Athleten beim Wettkampf in drei Versuchen nicht gelingt, wenigstens einen davon gültig zu gestalten. Wie der favorisierte Zehnkämpfer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul über 100 Meter drei Fehlstarts fabrizieren konnte und somit nach der ersten Disziplin seine Sachen packen musste, war schon mysteriös. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene blieben dieser Tage erst Sophie Weißenberg im Weitsprung im Rahmen ihres Siebenkampfes und anschließend Speerwerfer Andreas Hofmann ohne Ergebnis. Das Scheitern der beiden ohne Not war symptomatisch für die Vorstellungen der Athleten in den goldfarbenen Trikots. Was sie bis zu den letzten beiden Wettkampftagen auf dem Hayward Field der Universität Oregon geboten haben, ist mit blamabel noch schmeichelhaft beschrieben.
Source: Die Welt July 24, 2022 20:18 UTC