Hélène Grimaud in der PhilharmonieVon Andreas PernpeintnerIhrem Programm für den Klavierabend in der Philharmonie schreibt Hélène Grimaud wundervolle Eigenschaften zu: dass die kleinen Kompositionen "Atmosphären zerbrechlicher Reflexion zaubern, eine Fata Morgana dessen, was war - oder was hätte sein können". Aber in der Tat, wenn sich eine so renommierte Pianistin Werken wie Debussys "La plus que lente" oder Erik Saties Gnossienne Nr. 4 annimmt und sie mit solcher Konzentration, Gestaltungsruhe und innigem Gespür spielt, entsteht trotz der kompositorischen Einfachheit große Musik. 34/2) spielt die Pianistin mit solcher Transparenz, dass sie sich in die Umgebung von Debussy und Satie sehr schön einfügen. Durch ihre klangfarblich schillernde, im Tempo weiterhin elastische Gestaltung wirkt Schumanns an sich fassliche Melodik mitunter etwas unkonkret oder verbirgt sich stellenweise hinter Grimauds rauschender Virtuosität.
Source: Suddeutsche Zeitung May 21, 2019 16:58 UTC