Was ist an Kunst widerständig, wenn sie Ware geworden ist? Seine Antwort formulierte er im Anschluss an Theodor W. Adorno: Große Kunst war immer auch Ware, aber nie nur das. Der Redner unterschied drei Konstellationen: Die völlige Unterwerfung der Kunst unter die Politik, die Politik als Gegenstand von Kunst und schließlich: Kunst sei besonders dann politisch, wenn sie sich als unpolitisch deklariere. Und schließlich: Kunst, die sich für unpolitisch erkläre, verkomme immer mehr zur Ware – nicht nur in der Schnulze, sondern auch in hoher Kunst, etwa als Beethovens 5. Die Herausforderung an Kunst, in der Warengesellschaft mehr zu sein als eine Ware, bleibe.
Source: Junge Welt June 08, 2019 16:07 UTC