trueEs geht darum, die Muster zu erkennen, den Schaudern machenden Formwillen und Wiederholungszwang, der alles in sein Raster zwingen will. Aber der Tote in der Altbauwohnung, auf den die Mietbewerbergruppe einer Maklerin zu deren Entsetzen stößt? Ein junger Mann mit freiem Oberkörper, den Tätowierungen zieren, wurde erst erschossen, dann wie Jesus an eine Wand genagelt und mit den Konturen eines orthodoxen Kreuzes umzeichnet. Das eigentliche Muster, aus dem sich die Wahrheit lesen lässt, verbirgt sich hinter der Herkunft der Opfer. Erst ein unerwarteter Schlenker kurz vor Ende eröffnet einen Schluss, der mit seiner Ambivalenz versöhnt.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 14, 2018 17:03 UTC