Die Enttäuschung über die Arbeit der Großen Koalition unter Angela Merkel, die anhaltend niedrigen Umfragewerte der Partei und das wenig überzeugende Auftreten der neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sitzt tief. Erstens sollte sich die CDU-Vorsitzende stärker als bisher aus dem langen Schatten ihrer Vorgängerin lösen. Sollte Merkel an einem politischen Erfolg ihrer Wunschnachfolgerin Interesse haben, wird sie eine Neupositionierung der CDU durch AKK nicht als Illoyalität verstehen, sondern als notwendige Weiterentwicklung der Partei. Der zweite Grund für eine Kurskorrektur ist, dass AKK schlicht die Zeit davonläuft, sich als potenzielle Kanzlerkandidatin zu positionieren. Diese neuen Spielräume sollte AKK nutzen, um die CDU wieder stärker in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.
Source: Handelsblatt November 21, 2019 15:00 UTC