Es geschieht nicht oft, dass das Wissen um die Biografie eines Filmemachers die Sicht auf sein Werk ändert. „Die Schlösser aus Sand“ kommt also wie ein großes Trotzdem ins Kino, und der Vorwurf, es fehle ihm der Mut zum Risiko, klingt deplatziert. Erst recht, wenn man wie die nunmehr vaterlose Fotografin erstmals die eigene Endlichkeit spürt. Wunderbar störend drängt sich immer wieder die Immobilienmaklerin Claire (Jeanne Rosa) ins Bild, die sich in Ermangelung eines eigenen mehr für die Leben ihrer Klienten interessiert. Aber die sprechen, was sie dem anderen nicht eingestehen können (und kaum sich selbst), lieber direkt in die Kamera.
Source: Der Tagesspiegel April 29, 2017 17:26 UTC