Die Entscheidung für den Bau eines Flüssiggas- oder LNG-Terminals kann immerhin kurzfristig dazu taugen, den politischen Druck gegen den Bau des zweiten Strangs der Ostseepipeline »Nord Stream 2« zu parieren. »Nord Stream 2« aber behielte in diesem Szenario zumindest kurzfristig zwei seiner strukturellen Vorteile: den relativ fortgeschrittenen Bau und die Kostenvorteile des Pipelinegases. Auch die Anschlussleitung »Eugal«, die Gas aus »Nord Stream 2« von der Ostseeküste nach Süden in die Tschechische Republik (und von dort weiter in die Slowakei und nach Südpolen) transportieren soll, wird in Brandenburg und Sachsen schon gebaut. Und die sind proportional der Entfernung, über die das Gas verschifft werden muss – vor allem wegen der Zahl der Schiffe, die bei gegebener Entfernung erforderlich ist, um eine kontinuierliche Belieferung sicherzustellen. Umweltbedenken wie bei der Pipeline könnten hier nicht vorgeschoben werden: Schließlich beziehen Polen und Litauen ihr LNG auf demselben Wege.
Source: Junge Welt October 29, 2018 18:22 UTC