trueVon jeder Biennale bleiben einige einprägsame Kunstwerke im Gedächtnis haften, die den eigentlichen Anlass überdauern. Bei der fünften Berlin Biennale im Jahr 2008 – die kuratiert war von Adam Szymczyk, dem Leiter der jüngsten, gerade zu Ende gegangenen Documenta – zählte dazu eine Intervention von Ahmet Ögüt in den Kunst-Werken. Auf Granitsockeln sind darum drei Männer in Bronze gegossen, die sich in seltsamer Choreographie und scheinbar valentinesken Posen ergehen. Dann erinnert Ahmet Ögüt an zwei Demonstranten aus Südkorea und der Türkei, diesmal in Form eines Animationsfilms im Stil von Manhwa, den Comics aus Südkorea – „United“. Dargestellt ist der Tod von Lee Han-yeol 1987 in Seoul und von Enes Ata 2007 in Ögüts Heimatstadt in Diyarbakir; beide kamen durch Tränengasgeschosse ums Leben.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 13, 2018 09:00 UTC