Zuerst die uninteressante Nachricht: Ein Regisseur namens Simon Kinberg hat nach eigenem Drehbuch einen dieser Filme gedreht, in denen Übermenschen mit einer Handbewegung Eisenbahnwaggons zerdrücken, Getränke schockgefrieren und gesalzenes Feuerwerk schmeißen. Statt Solidarität nur ein stupider StammeskriegIn Claremonts „Dark Phoenix“ sieht man (im Sinne einer Anklage) auch die Opfer jener Übermächtigen, deren Taten in Superheldencomics sonst immer nur glorifiziert werden. Wiedergutmachung, zeigt die Story, ist oft unmöglich, zum Beispiel, weil man sich mit Ausgelöschten nicht versöhnen kann. Mehr zum Thema 1/Auf dem Filmtiefpunkt von „X-Men: Dark Phoenix“ werden „die“ reihenweise niedergemacht wie „Wilde“ selbst im Western längst nicht mehr. Aber es ist halt keiner da – und bei all dem Geld, das der Film wohl gekostet hat, kein einziges Bild, das Claremonts Schreibmaschine, Byrnes Bleistift oder Austins Tusche gerecht würde.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung June 07, 2019 08:48 UTC