Mit dem Coming-of-Age-Drama „Young Ahmed“ über einen 13-jährigen Moslem (Debütant Idir Ben Addi), der sich vom Imam seiner Moschee radikalisieren lässt, kehren sie an die Croisette zurück. Es ist der bisher politisch expliziteste Film der Brüder, die ihre Advokatenrolle für die sozial und ökonomisch Marginalisierten zuletzt mit eher formelhaften Arbeiten behauptet haben. In „Young Ahmed“ reagieren sie auf die islamistischen Anschläge in Belgien (zuletzt im Juni vergangenen Jahres in ihrer Heimatstadt Lüttich) und die populistischen Diskussionen in Europa um den radikalen Islam. Wie in all ihren Filmen hat auch „Young Ahmed“ seine stärksten Momente dank des emotionalen Spiels ihrer Hauptdarsteller. Wenn sich der junge Idir Ben Addi den Annäherungsversuchen der Bauerntochter entzieht, gleichzeitig um seine Seelenheil fürchtet, wird die Verwirrung Ahmeds spürbar.
Source: Der Tagesspiegel May 21, 2019 16:30 UTC