Die in Europa entstandene kritische Theorie kann diese neuen Bewegungen nur schlecht einordnen und erklären, schreibt der portugiesische Soziologe Boaventura de Sousa Santos. Aus seiner Kritik heraus fordert de Sousa Santos nicht weniger als einen Bruch mit dem vorherrschenden eurozentristischen Denken. Die westliche kritische Theorie »vollständig auszurangieren«, sei jedoch nicht das Ziel, sondern, »einen interkulturellen Dialog zu begründen und die Übersetzung verschiedener kritischer Wissensarten und Praktiken zu fördern«. Ganz in der Tradition der kritischen Theorie bedient sich de Sousa Santos allerdings eines durch und durch akademischen Duktus, der den Kreis der Leserschaft von vornherein eingrenzen dürfte. Boaventura de Sousa Santos: Epistemologien des Südens: Gegen die Hegemonie des westlichen Denkens.
Source: Neues Deutschland October 08, 2018 19:30 UTC