Es geht um die Frage, warum die streifenförmigen, vertikal verlaufenden Blätter der Gräser so völlig anders aussehen als die horizontalen Blätter einer Eiche oder Buche. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Blattscheide der Gräser dem Blattstiel der zweikeimblättrigen Pflanzen entspricht und die Blattspreite der Gräser das Äquivalent zur horizontalen Blattspreite der zweikeimblättrigen Pflanzen ist. Die Ergebnisse sind für die Pflanzenzüchtung relevant, weil alle wichtigen Getreidepflanzen Gräser sind, wie etwa Mais, Weizen oder Reis. Anzahl und Gestalt der Blätter haben über die Photosynthese einen direkten Einfluss auf die Produktivität der Pflanzen und damit auf ihren Ertrag. Wer also den Ertrag über die Bildung weiterer oder anderer Blätter optimieren will, wird sich die Ergebnisse von Richardson und Coen sicher sehr genau anschauen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 07, 2022 02:43 UTC