Man darf es deshalb mutig nennen, wenn die Münchner Philharmoniker in der Isarphilharmonie ein reines Mozart-Programm spielen. Was Marcon ansonsten mitbringt, erfährt man in der C-Dur-Symphonie KV 338 und der späten Es-Dur-Symphonie KV 543: Lässigkeit, Ungezwungenheit, auch Unbeschwertheit. Allfähige Defizite in dirigentischer Schlagtechnik gleichen die Philharmoniker mühelos durch eigene Präzision und Abstimmung aus: Man atmet miteinander, intern, aber auch mit Julia Lezhneva, die für drei Opernarien und die Motette „Exsultate, jubilate“ dazukommt. Die Sopranistin, gleichfalls in der Alten Musik beheimatet, ist für ihre Virtuosität ebenso bekannt wie für ihr erlesenes Timbre. Der übliche Gang aufs hohe C am Schluss von „Exsultate, jubilate“ fällt dagegen eiernd aus, aber nicht weiter ins Gewicht.
Source: Suddeutsche Zeitung January 11, 2026 15:54 UTC