Auf der anderen Seite blicken deutsche Automanager von ihren Zentralen in Wolfsburg, Stuttgart oder München auch auf die Welt als Produktionsstandort. Um die national nützliche Ausgestaltung dieses Angebots und die Bewältigung der Konsequenzen, welche die globale Konkurrenz der Konzerne für die einzelnen Nationen bedeutet, ringen die Staaten dann wiederum gegeneinander. In der Ausgestaltung der notwendigen, aber kostenträchtigen Schranken für die Verpestung der Luft – Rücksichtnahme auf Mensch und Natur muss in der kapitalistischen Rechnungsweise ja politisch erzwungen werden – nehmen sie daher generell auf die Erfordernisse besondere Rücksicht, die diese Technologie generiert bzw. Bedroht ist damit die ganze bisherige Standortstrategie Deutschlands, die seinen Konzernen immerhin so etwas wie die globale Marktführerschaft eingebracht hat und die gegen die Hybridstrategie Toyotas und die noch in Entwicklung begriffenen Ansätze einer globalen Umorientierung von potenten Staaten und ihren Kapitalen auf »E-Mobilität« gerichtet ist. Die bezahlte Arbeit in der Produktion herkömmlicher Autos muss angesichts der »schweren Lage des Unternehmens« in jedem Fall billiger, also ergiebiger für die Erwirtschaftung der fälligen Erlöse werden, denn die Rendite der Kernmarke VW ist für die Ansprüche des Konzernchefs sowieso zu niedrig.
Source: Junge Welt January 15, 2018 16:48 UTC