Die pinnen, die Briten: Im Berliner Palais Populaire Unter den Linden zeigt die Tate London britische Skulpturen von 1950 bis heute als eine Art Anti-Brexit-Schau. In Zeiten des chaotischen Brexit stellt sich die Frage umso vehementer, sieht man derzeit doch allabendlich tumultuöse Szenen aus dem Unterhaus und auf englischen Straßen. Bedingung bei der Auswahl war nicht, gebürtiger Brite zu sein, was durch den Commonwealth ohnehin breit definiert wäre. Dennoch wird Kunst gezeigt, die in Großbritannien entstanden ist, und zwar innerhalb eines zentralisierten Systems von wenigen renommierten Hochschulen. Was britisch sein könnte, hatte sich bereits einer der bekanntesten Kunsthistoriker des zwanzigsten Jahrhunderts, Erwin Panofsky, ausgerechnet im amerikanischen Exil gefragt.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 09, 2019 18:45 UTC