Seit mehr als dreißig Jahren ist das immergleiche Ticken der Uhr der zarte Herzton dieses Doppelhauses aus den achtziger Jahren, der vermittelt: alles wie immer. Über der Uhr blickt die Urgroßmutter stumm in Kreide von der Wand, rotes Kleid, Steckfrisur, rätselhafter Blick in die Ferne. Das Paar lebt bis heute in seinen konservierten Stilvorlieben, hat die Achtziger daheim sozusagen eingefroren, und das alles sehr behaglich. Höchstens noch ein Wintergarten oder ein Spa-Bad, wenn die Kinder aus dem Haus und die Lebensversicherungen fällig sind. Mehr zum ThemaWarum hören viele Menschen mit der Gestaltung ihrer eigenen vier Wände irgendwann einfach auf?
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung May 01, 2017 07:48 UTC