IMAGO/Rolf Zöllner Peter-Paul Zahl in Berlin-Charlottenburg im April 2002Dass ein ungelebtes Leben keines ist – diese Einsicht geht dem Schreiben von Peter-Paul Zahl voraus. Dezember 1969 in agit 883 veröffentlichten »Bericht aus unserer Druckerei« heißt es lakonisch, man drucke nicht alles, was Geld bringt. Der Reggae wurde für ihn zu einer anderen Ausdrucksform des Politischen: antiautoritär, obrigkeitshassend und getragen von einer Tradition der mündlichen Weitergabe, die Katastrophen in Lieder verwandelt. In »Lumpen im Schließfach« schrieb Peter-Paul Zahl: »Das Lumpenproletariat braucht keine ›Führer‹ aus anderen Klassen, es braucht auch keine Sprüche oder weisen Ratschläge. Sein letzter Reggae ist kein Abgesang, sondern ein schräger Takt gegen jene Ordnung des Kapitals, die sich für alternativlos hält: »anarchie aber / sagt kant / ist ordnung / ohne herrschaft.«
Source: Junge Welt January 30, 2026 19:23 UTC