Dies gilt nicht nur für die Verteilung von Ämtern wie Minister- oder Staatssekretärsposten, sondern auch für die Inhalte von Politik, die in der Legislaturperiode umgesetzt werden sollen und die im Koalitionsabkommen formuliert und festgehalten werden. Da die Unionsparteien die Fortsetzung der großen Koalition wollen und eine Minderheitsregierung scheuen, sollte dies die SPD in eine strategisch gute Verhandlungslage bringen. Quantitative Inhaltsanalysen von Wahlprogrammen und Koalitionsabkommen der Parteien in den deutschen Bundesländern zeigen, dass intern heterogen aufgestellte Parteien ihre Position in Koalitionsverhandlungen besser implementieren können. Die Position des GroKo-Sondierungspapiers liegt – wie zu erwarten – zwischen den Positionen, die Union und SPD in ihren Wahlprogrammen eingenommen haben – allerdings leicht näher an der Position der Sozialdemokraten, obwohl die SPD der kleinere Koalitionspartner wäre. Der innerparteiliche Konflikt könnte der SPD in Koalitionsverhandlungen also helfen, in einem möglichen Wahlkampf aber wäre er gefährlich.
Source: Der Tagesspiegel January 17, 2018 14:11 UTC