Bunt ist jedoch eine unzureichende Beschreibung für die schreiend bunte Welt der aktuellen Nestroy-Inszenierung des Wiener Burgtheaters. Alexander Xidi Christof, Leiter der dreiköpfigen Live-Band (Schlagzeug, Synthesizer, Klavier, Bass, Akkordeon), ist ein Indie-Musiker und ausgebildeter Rotnasen-Clown. Dazu großformatige Texte, Sprechblasen, fliegende Unterhosen mit Herzmotiven oder barocke Einrichtungs-Opulenz für oben und riesige Ratten für unten. Die eingeschränkte Räumlichkeit erinnert an alte Papptheater oder Bilderbücher mit ausklappbaren Figuren, die leuchtenden Farben verwandeln es in eine moderne Graphic Novel. Am Ende führt das launische Glück dazu, dass die Rollen vertauscht werden und Mutter Sepherl Gulcher beweist, dass Armut allein keinen besseren Menschen macht: „Teilen ist einfacher, solange man nichts hat.“
Source: Junge Welt March 10, 2026 01:07 UTC