Zeitgenössisch standen gegen ihn die Bischofskonferenz des eigenen Landes - mit Ausnahme von Arturo Rivera y Damas -, der Apostolische Nuntius in El Salvador und äußerst einflussreiche Kardinäle. Wie James R. Brockmann in seiner Romero-Biografie notiert, verkündete Aparicio 1979 bei der lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Puebla gegenüber der Presse, die Jesuiten seien »für die Gewalttätigkeiten in El Salvador verantwortlich«. So geriet ein Schreiben Romeros an den Vatikan, in dem er den päpstlichen Nuntius in El Salvador kritisierte, in die Hände der dortigen US-Botschaft. Schlüsselfigur in der Verfolgung Romeros ist aber Erzbischof Emanuele Gerada, der von 1973 bis 1980 Nuntius in El Salvador und Guatemala war. Um so erbitterter war er, als sich sein Kandidat vom Konservatismus zur Kirche der Armen bekehrte und bald einer ihrer Vorreiter wurde.
Source: Neues Deutschland March 20, 2020 12:56 UTC