Celans Holocaust-Gedicht: Ein Todestango für die zerbrochene Welt - News Summed Up

Celans Holocaust-Gedicht: Ein Todestango für die zerbrochene Welt


Mai 1947 erschien in der Bukarester Zeitschrift „Contemporanul“ das Debüt eines sechsundzwanzigjährigen Autors, der sich Paul Celan nannte. Da dieser vom Autor allerdings wegen zahlreicher Satzfehler zurückgezogen wurde, erreichte der deutsche Originaltext erst 1952, fünf Jahre nach der rumänischen Erstpublikation, ein größeres Lesepublikum. Dem Abdruck in „Contemporanul“ ist ein Holzschnitt beigegeben, auf dem ausgemergelte Hände und Arme zu sehen sind, die in einen Holztrog greifen. Aufschlussreich ist auch die typographische Gestaltung dieses Erstdrucks: Beim Wort „Tangoul“ erinnert sie an die Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als Bukarest noch als das Paris des Ostens galt. Als die Habsburgermonarchie zerfiel, wurde die Bukowina dem rumänischen Königreich angegliedert, dem Land, das sein Königshaus entmachten und sich mit Nazideutschland verbünden sollte.


Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung April 30, 2017 06:45 UTC



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